So perfekt Unperfekt

Eines Tages Vegas, Baby

Buchen den Flug und Weg

Setzen auf Rot, sind so perfekt unperfekt – singt Casper in seinem Lied XOXO.

Man muss nicht perfekt sein, um glücklich zu sein. Zeilen die mir persönlichen aus dem Herzen sprechen. Jeder Mensch hat Eigenarten, kleine Macken. Trotzdem liebt man seine Eltern, Geschwister, Freunde. Oder vielleicht gerade deswegen. Es macht sie liebenswert. Man fühlt sich verbunden, wenn man nicht die einzige Person ist, die auf komische Art und Weise Niesen muss oder früh morgens etwas muffelig und wortkarg am Frühstückstisch sitzt. Die eine kleine Matheschwäche hat. Die immer zu ein bisschen zu spät kommt, weil sie es mit dem Zeitmanagement nicht richtig hinbekommt.

Man muss nicht perfekt aussehen und die perfekte Figur haben, um Freunde und einen Partner zu finden. Das Äußere zählt sowieso nur im ersten Moment. Danach lernt man den Charakter eines Menschen kennen und entscheidet, ob man ihn mag oder nicht.

Leider wird dieses Bild vom perfekten Aussehen heute noch stark in den Medien publiziert. Besonders in den Social Media wie beispielsweise Instagram. Es geht darum möglichst viele Follower und Likes zu bekommen. Wer hat das schönste Gesicht, den tollsten Körper, das modischste Outfit? Wer schießt das perfekte Foto im perfekten Augenblick?

Obwohl wir uns bewusst sind, dass das nicht die Realität widerspiegelt – schließlich haben wir sämtliche Hollywoodstars und Models auch schon in Klatschmagazinen ungeschminkt und in Jogginghose gesehen – setzen wir uns selbst unter Druck und fühlen uns bestenfalls als Durchschnitt im Vergleich zu diesen gut aussehenden, „privilegierten“ Menschen, die um die Welt reisen, an tollen Events teilnehmen und einen außergewöhnlichen Lifestyle haben.

Ein Grund dafür mag sein, dass die Personen theoretisch unsere Nachbarn sein könnten. Es sind keine berühmten Schauspieler, die auf den Fotos lächeln, sondern Menschen wie du und ich. Menschen die wie man selbst jeden Tag zur Schule, Uni oder Arbeit gehen. Dennoch vermitteln sie uns mit ihren Bildern ein perfektes Leben zu führen, eingehüllt in eine Welt voller weißer Bettlacken.
Dass dieser Schein trügt beweist das Beispiel der 18jährigen Australierin Essena O’Neill. Ein ehemaliger Instagramstar und Model mit mehreren hunderttausend Followern, die momentan mit ihrem Aussteigervideo in den Medien für Aufsehen sorgt – und mich damit sehr berührt hat. Nachdem sie 3 Jahre lang ihre gesamte Zeit dafür aufwendete, täglich neue, stets perfekte Fotos von sich zu veröffentlichen um noch mehr Likes und Follower auf Instagram zu bekommen, zieht sie nun den Schlussstrich. Denn im Gegenteil zu dem glanzvollen Leben welches sie auf der Plattform darstellte, fühlte sie sich komplett alleine, definierte sich nur noch über Likes ihrer Fans. Hatte trotz sozialer Netzwerke kein soziales Leben mehr. In ihrem Video fordert sie nun die Menschheit auf, nach draußen zu gehen, in den Park oder zu Freunden und das Handy mitsamt der Social Media zuhause zu lassen. Um wieder echte Gespräche mit echten Menschen zu führen.

Man kann natürlich daran kritisieren, dass sie trotz allem immer noch im Netz aktiv ist. Ein Overwhelmed- Video gedreht hat und ihren Antiblog veröffentlichte. Den Ausstieg nicht geschafft hat. Ihre Botschaft bleibt dennoch.

Kein Mensch ist perfekt, auch wenn es auf Fotos so scheint.

Social Media ersetzt dir keine Freunde.

Lass dich nicht zu sehr von Medienwelt beeinflussen.

Geh raus und lebe dein echtes Leben!

Ich möchte hiermit nicht die gesamten sozialen Netzwerke kritisieren. Schließlich nutze ich selbst Dienste wie Facebook und Instagram, schreibe auch seit Neusten für meinen Blog. Es wäre falsch, mich als Anti-instagramer und Gutmensch darzustellen. Ich habe auch schon überlegt meinen Account zu löschen, aber es doch irgendwie nicht geschafft. Vielleicht ist es Abhängigkeit, vielleicht möchte ich auch einfach nicht meinen Zeitvertreib für langweilige Vorlesungen aufgeben. Manchmal ist es schließlich auch inspirierend. Auf jeden Fall sollte man sich von so etwas nicht beeinflussen lassen oder gar sein Leben danach ausrichten. Niemand ist perfekt, hinter den scheinbar makellosen Bildern steckt jede Menge Arbeit und Inszenierung.

Ich möchte in der Realität leben und hier gilt: Unperfekt ist Perfekt.

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