Ich packe meinen Koffer….

und nehme mit: eine Zahnbürste, eine Sonnenbrille, ein Bikini…Eigentlich ein Spiel für Kinder, für mich nun Wirklichkeit. Nach fast 2 Jahren darf ich endlich wieder meinen Rucksack packen und in den Flieger steigen. Es geht einmal um den halben Globus, der Sonne entgegen. Wohin genau verrate ich noch nicht. Aber die Winterstiefel werde ich getrost zu Hause lassen.

Meine Sichtweise aufs Reisen hat sich in letzter Zeit verändert. Früher bedeutete verreisen für mich in Urlaub fahren. 2 Wochen Camping in Italien oder eine Woche All inclusive in einem schönen Hotel in der Türkei. Man ließ es sich gut gehen, sonnte sich am Strand, planschte im Pool und aß vom riesigen Hotelbuffet. Man musste sich um nichts kümmern und konnte seinen Urlaub sorgenfrei genießen. Schließlich wurde alles bereits im Reisebüro vorausgeplant. Es war eine kurzweilige Zeit, in der man einfach den Alltag hinter sich lässt und das Nichts-tun genießt.
Doch irgendwann kommt der Zeitpunkt, an dem man nicht mehr mit seinen Eltern in Urlaub fährt. Ist irgendwie uncool geworden. Man verreist lieber mit Freunden, will sein eigenes Ding machen. Man wird erwachsen. Und dann kommt der Zeitpunkt, an dem man seine Reisen selbst bezahlen muss. Schließlich finanzieren die Eltern nicht ein Leben lang das Vergnügen der Tochter. Also quält man sich durch Ferienjobs, kellnert oder räumt Regale ein, um sich selbst eine Auszeit gönnen zu können. Wenn man nach einem harten Arbeitstag todmüde ins Bett fällt, weiß man, was so ein bisschen Urlaub kostet. Man überlegt jetzt zweimal, wofür man sein Geld verwendet.

Will ich mein hart erspartes Geld für eine Woche in einem x-beliebigen Hotelbunker ausgeben und auf der Sonnenliege festkleben?

Oder will ich neue Länder bereisen, Kulturen und Menschen kennenlernen und einmalige Erlebnisse machen, die ich ein Leben lang nicht vergessen werde?

Ich habe meine Prioritäten gesetzt. Sie liegen definitiv beim Backpacking. Auch wenn es bedeutet, mit mehreren wildfremden Menschen in einem Hostelzimmer zu übernachten. Manchmal helfen da nur Oropax. Trotzdem könnte ich mir keine bessere Verwendung für mein Erspartes vorstellen.
Ein Handy? Geht irgendwann kaputt. Eine Handtasche? Kommt irgendwann auch aus der Mode. Aber die Erfahrungen und Erlebnisse, die man bei Reisen macht – die kann mir niemand mehr nehmen.

Das Backpacking unterscheidet sich schon sehr von einer normalen Pauschalreise. Das fängt beim Gepäck an. Ein waschechter Traveller verreist nicht mit Koffer und Beautycase. Er hat einen großen Backpack, an den man alles Mögliche dranschnallen kann. Ist auch viel praktischer, wenn man alle paar Tage an einen anderen Ort reist und sich durch Wind und Wetter an seinen Schlafplatz kämpft.
Außerdem packt man anders. Bei meinem letzten Tunesienurlaub hatte ich mehr Outfits als Urlaubstage dabei.  Jetzt denke ich praktisch und wäge haargenau ab. Was ist funktional und schick zugleich? Was nimmt möglichst wenig Platz weg? Und brauche ich das WIRKLICH?

Einen Vorteil habe ich. Anstatt 4 Monate, wie letztes Mal, gehe ich nur 3 Wochen auf Reisen und ich kann mich auf Sommerwetter einstellen. Keine Schals, Mützen oder dicke Pullis! Dafür umso mehr Shirts, Shorts und Kleider, die auf ihren Einsatz warten.

Trotzdem gibt es 5 Dinge, ohne die ich nie verreisen würde. Pflicht ist dabei ein Vorhängeschloss. Egal wie nett die Zimmergenossen sind – Vorsicht ist besser. Deshalb verstaue ich meine Wertsachen sicherheitshalber immer im Spind.

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Außerdem praktisch ist ein kleines Reisehandtuch. Das nimmt nur einen Bruchteil an Platz weg und ist der Retter in Not, wenn im Hostel keine Handtücher vorhanden sind( auch wenn das so gut wie nie der Fall war).
Ich würde auch nie ohne meine gute Kamera verreisen. Für Schnappschüsse reicht zwar das Smartphone, aber die Bilder meiner Spiegelreflex übertreffen nichts!
Egal ob in der U-Bahn, im Restaurant oder für Zwischendurch: ohne mein Handdesinfektionszeug, oder kurz Sanitizer, in der Tasche gehe ich nicht mehr aus dem Haus. Wo viele Menschen sind, sind auch Bakterien und manchmal ist einfach keine Toilette in Sicht. Außerdem sind die kleinen Sanitizer nicht nur äußerst praktisch, sondern riechen auch noch super gut!
Doch das wichtigste Teil, das mittlerweile auf keiner Reise fehlen darf, ist ein Tagebuch. Ich werde versuchen, möglichst jeden Tag eine Kleinigkeit zu schreiben. Auch wenn ich nach einem anstrengenden Sightseeingtag müde im Bett liege. Oder wenn scheinbar nichts Aufregendes passiert ist und mir nur banale Dinge einfallen. Mein späteres Ich wird es mir hoffentlich danken. Denn ich finde den Gedanken schön, dass ich mich auch noch in 30 Jahren auf die Reisen begeben kann, die ich mit Anfang 20 erlebt habe, wenn ich in alten Tagebüchern schmökere.

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So langsam wird es Ernst. In 4 Tagen geht mein Flieger. Ich muss noch die letzten Kleinigkeiten besorgen und ein paar Sachen planen. Ich habe mich gut informiert und trotzdem nicht alles kleinlich durchgeplant. Ich verzichte auch auf einen Reiseführer. Denn ich möchte spontan sein. Meine besten Erlebnisse waren die spontanen – die Erlebnisse, die nicht schon Wochen vorher festgenagelt und durchorganisiert waren. Ich möchte frei sein! So frei und ungebunden, wie man mit 20 eben ist. Wenn ich nicht jetzt diese Reise mache, wann dann. Schließlich will ich meinem späteren Ich etwas zu erzählen haben.

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5 Gedanken zu “Ich packe meinen Koffer….

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