Disconnected

Wir sind immer erreichbar. Always connected. Ob zuhause, auf der Arbeit, beim Joggen, beim Essen. 24 Stunden am Tag –  natürlich liegt unser Smartphone auch neben uns, wenn wir schon schlafen. In greifbarer Reichweite auf dem Nachttischen. Für den Notfall. Oder sei es nur als Wecker.

Wir sind immer erreichbar. Always connected. Ob über Facebook, WhatsApp, Instagram, Snapchat. Wir stellen unser Leben online und verfolgen das der Anderen. Ich weiß z.b. das Tine im Thailandurlaub ist, obwohl wir uns über ein Jahr nicht mehr gesehen habe, oder dass Andreas jetzt in Berlin wohnt. Always connected – es ist Fluch und Segen zugleich.

Manchmal erwische mich selbst, wie ich schon automatisch nach meinem Handy greife, obwohl ich eine spannende Serie schaue. Oder einfach nur aus Langeweile Instagram durchforste, obwohl ich eigentlich viel sinnvollere Dinge tun könnte. Es war nur einer der Gründe, warum ich mich so unheimlich auf den Skiurlaub in der Schweiz gefreut habe, vom Skifahren selbst mal abgesehen. Nur meine Freunde und ich, mitten in den Bergen in einer gemütlichen Holzhütte. Kein Fernsehen, kein WLAN in unserer Unterkunft und auch kein Roaming im Vertrag inklusive. Eine Woche abgeschnitten von der Außenwelt. Disconnected – davon sollte dieser Blogpost eigentlich handeln. Meine Rechnung ging leider nicht so ganz auf, denn jede Skihütte bot frei zugängliches und kostenloses WLAN an – so war die Versuchung letztendlich doch zu groß. Nichtsdestotrotz beschränkte sich mein Internetkonsum auf maximal 30 Minuten am Tag – was vollkommen ausreicht um die wichtigsten Infos auszutauschen und Bescheid zu geben, dass man nicht irgendwo von einer  Lawine überrollt wurde.

Die anderen 23,5 h am Tag waren dagegen völlig internetfrei und man merkt, wie man runterkommt. Abschalten kann. Das Handy einfach irgendwo liegen lässt, weil man es ja sowieso nicht braucht, und sich vollkommen auf seine Mitmenschen konzentriert. Viel redet, auch mal wieder Spiele spielt. Mal wieder in Ruhe ein Buch liest. Alles, ohne ständig zu checken, wer wann geschrieben oder was gepostet hat. Es ist irgendwie tröstlich, wenn man daran denkt, dass das Leben noch vor 10, 20 Jahren genauso war.

Als wir schließlich nach einer Woche wieder die Grenze zu Deutschland überquerten, war ich natürlich auch froh,  wieder ganz ohne Einschränkungen meine Handyfunktionen nutzen zu können. Komplett aufgeben möchte ich diese Technik nicht, dafür macht es mir doch zu viel Spaß. Aber dieser Urlaub hat mir bewusst gemacht, dass man sein Handy nicht rund um die Uhr braucht und schon erst recht nicht, wenn man sich in Gesellschaft befindet. Ich werde versuchen, in Zukunft etwas bewusster damit umzugehen. Nachts ist bei mir sowieso immer der Flugmodus drin. Und wenn ich mit meinen Mädels unterwegs bin, kann das Handy auch mal getrost in der Tasche bleiben.

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